Kunst am Schweinestall

Di., 12.08.2014

Auf Hof Puckert ist es bunter geworden Graffiti: Kunst am Schweinestall

Saerbeck –

Das kennt man leider allzu gut: Beschmierte Wände, angesprühte Eisenbahnwaggons, verschandelte Telefonhäuschen. soll Kunst sein, ist aber allzumeist nichts weiter als unbeholfene Schmiererei. Dass es auch anders und viel besser geht, ist jetzt auf dem Hof Puckert in Sinningen zu sehen, wo ein Graffiti-Künstler einen Schweinestall besprühen durfte. Von Hans Lüttmann
Als positive Werbung für die Landwirtschaft verstehen Claudia und Andreas Puckert die Graffiti auf den 40 Quadratmetern der vormals grauen Betonwände.
Als positive Werbung für die Landwirtschaft verstehen Claudia und Andreas Puckert die Graffiti auf den 40 Quadratmetern der vormals grauen Betonwände. Foto: Hans Lüttmann

Kunst kommt von Können, sagt man gerne. Viele können’s aber nicht und schmieren, sprühen oder krakeln hohle Phrasen auf Mauern, Trafohäuschen, und Bushaltestellen. Schön ist meistens was ganz anderes. Schön sind graue Betonwände aber auch nicht, deshalb hatten Claudia und Andreas Puckert eine Idee.

Zu der die beiden Saerbecker den Anstoß bei einem Bummel durch Ibbenbüren bekamen: „Da haben wir auf Fassaden und Garagentoren diese Graffiti gesehen“, erzählt der Landwirt, dessen Familie auf dem Hof in Sinningen nun schon in dritter Generation Schweinemast betreibt. „Ja“, sagt seien Frau Claudia, „da kam uns der Gedanke, so etwas auch für unseren Hof machen zu lassen.“ Denn selber, das war klar, wollten sie da nicht ran. Also klickten sie sich durchs Internet und fanden schnell den Ibbenbürener Sebastian Rolf, der sich als künstlerischer Farbsprüher einen Namen macht. „Schon seit 1997 mal ich mit der Dose Wände an“, schreibt er auf seiner Homepage. Nach dem Abi studierte er in Münster Lehramt und begann, auch Leinwände zu bemalen. Diese fanden ganz oft positiven Anklang, so dass er mehrfach die Gelegenheit wahrnahm, seine Werke auszustellen. Nach dem Studium arbeitete der heute 33-jährige Künstler noch als Lehrer, bevor er sich wieder ganz auf die Malerei konzentrierte. „Die Welt ein keines bisschen schöner machen“, lautet sein Künstler-Credo.

Und das hat er jetzt auch in der Saerbecker Bauerschaft, wohin die Puckerts ihn einluden, um die Betonwände des Luftwäschers am Ferkelaufzuchtstall zu verschönern.

„Nicht nur uns gefällt’s“, sagen die Puckers und freuen sich über ihre positive Werbung für die Landwirtschaft, die überall nur Zustimmung finde. Eine der drei Wände des Anbaus ist noch kahl, betongrau und graffitifrei; und soll auch wohl so bleiben. „Es sei denn“, und da lacht Andreas Puckert, „es sei denn, mein Nachbar, der da draufkuckt, hat dafür eine Idee . . .“

„ Die Welt ein keines bisschen schöner machen. “

Sebastian Rolf

Quelle: http://m.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Saerbeck/1683756-Auf-Hof-Puckert-ist-es-bunter-geworden-Graffiti-Kunst-am-Schweinestall

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